Motivation

Immer wieder hat mich in den vielen Jahren des Reitsports die Frage nach dem „Warum“ beschäftigt. Ich wollte und will immer verstehen, welchen Sinn und insbesondere welchen Zusammenhang etwas hat - ob nun aus biomechanischer, psychologischer oder pädagogischer Sicht. Ziel des Dressurreitens sollte ein Pferd sein, welches das Reitergewicht gesund tragen kann, sich geschmeidig und kraftvoll bewegt und die erkennbare Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt.

Mit meiner Arbeit möchte ich dazu einen Beitrag leisten. Der Prüfstein meiner Arbeit ist die Reaktion des Pferdes unter dem Reiter.

In Bezug auf das Reiten steht hinter dem WARUM für mich vor allem die Frage, wie ich es dem Pferd so leicht und so verständlich wie möglich machen kann, die ihm gestellten Aufgaben zu bewältigen. Hiermit in direktem Zusammenhang steht das Bestreben, kurz- oder langfristig durch fehlerhaftes Reiten entstehende gesundheitliche Probleme des Pferdes zu vermeiden.

Wer neue Antworten will, muss neue Fragen stellen.
Johann Wolfgang von Goethe

Dass Anstrengung von beiden Seiten nötig ist, wenn etwas erreicht werden soll, steht außer Frage - aber warum sollte ein Radrennfahrer ein Rennen mit schleifenden Bremsen fahren, wenn sich dieses Problem beheben lässt?

Ich hatte das Glück (auch wenn ich es manchmal als Nachteil empfunden habe) aus einem Elternhaus zu kommen, welches ursprünglich nichts mit Pferden „am Hut“ hatte und in dem somit Vieles hinterfragt wurde. Auch ohne den persönlichen Bezug zum Pferd, war es aber selbstverständlich, Tieren mit viel Achtung und Mitgefühl zu begegnen.

Insbesondere geht es uns im alltäglichen Trott manchmal verloren, „scheinbar Bewährtes“ zu hinterfragen und unser eigenes Handeln stets zu prüfen:

  • Warum soll das Pferd in Biegung und Stellung laufen?
  • Warum sollen sich die Fußgelenke des Reiters nach Möglichkeit unter dem Hüftlot befinden?
  • Warum ist Schwung überhaupt so wichtig?
  • Was ist genau damit gemeint, was bedeutet es, den inneren Gesäßknochen vermehrt zu belasten?

Besondere Herausforderungen führten zu neuen Fragen und Antworten

Die Trainer, die mich in meiner Laufbahn begleitet haben, waren überwiegend sehr „reiterfokussiert“, d.h. die Korrekturen richteten und richten sich überwiegend und differenziert auf die eigene Körperhaltung und Einwirkung, woraus dann die Veränderung des Pferdes erfolgen kann.

Auch die Pferde, mit denen ich bisher arbeiten durfte, stellten mich aufgrund ihrer Vorerfahrungen und ihrer anatomischen Voraussetzungen häufig vor besondere Herausforderungen. Sie ließen mich immer neue Fragen stellen und Antworten finden.

Insbesondere die Wirkung feiner und feinster Korrekturen der eigenen Körperhaltung auf die Möglichkeiten des Pferdes, die gestellten Anforderungen umzusetzen, faszinieren mich und befeuern meinen Wissensdurst, meine Neugier und meine Motivation zu reiten und zu unterrichten.

Ebenso ist es die Individualität einer jeden Persönlichkeit (ob Reiter oder Pferd), die mich immer wieder herausfordert, den Schlüssel zu finden, neue Wege zu entwickeln, kreativ zu sein und vor allem an mir selbst zu arbeiten.

Das Ziel ist der "Flow"

Wieso reitest Du? Wieso reitest Du Dressur?

Leidenschaft – Herausforderung – Liebe zum Pferd – Erfolg – Harmonie – Spaß – Ehrgeiz – Bewegung

Am Ende hat jede und jeder seine ganz persönliche Motivation, die sie oder ihn antreibt, sich auf den Pferderücken zu setzen.
Aber in einem sind wir uns sicher alle einig: Das wunderbare Geschöpf Pferd fasziniert uns!

Und jeder von uns hat doch das Bestreben, zusammen mit dem Pferd etwas zu erarbeiten, zu erreichen, sich zu entwickeln, eine gemeinsame Sprache zu sprechen, über immer feinere Signale zu kommunizieren.
Kurzum: In Harmonie zu sein mit dem Pferd.

Die Momente, in denen alles „leicht“ geht, in denen man das Gefühl hat, „eins zu sein mit dem Pferd“, in denen das Pferd wirklich Spaß an der Arbeit zu haben scheint – diese Momente machen uns süchtig nach mehr davon.

Csíkszentmihályi bezeichnet dieses Erleben als den „Flow-Kanal“, in dem Wahrnehmung und Handlung vollkommen verschmelzen. Als die notwendige Voraussetzung hierfür beschreibt er die perfekte Abstimmung von Fähigkeiten und Anforderung. Demnach ist dieses Erleben nur dann möglich, wenn ich es schaffe, die Anforderungen an mein Pferd und mich ganz genau unseren momentanen Möglichkeiten anzupassen.

Nichts geht ohne zu verstehen

Entscheidend ist für mich, dass ich weiß, warum ich was mache, dass ich einen „Plan“ habe und die Zusammenhänge überblicke.

Da ich beim Reiten die Verantwortung für ein anderes Lebewesen habe, ist hier ein maximales Maß an Selbstreflexion und -kontrolle verlangt. Dazu sind wir verpflichtet, auch wenn dies zuweilen sehr anstrengend ist.

Ich teile die Sicht, dass das oberste Ziel von Dressurarbeit sein sollte, das Pferd als Reitpferd gesund zu erhalten!

Und damit meine ich sowohl auf physischer, als auch auf psychischer Ebene. Dieses Ziel geht damit einher, dem Pferd Spaß an der Arbeit zu ermöglichen und über möglichst feine Einwirkung eine möglichst gute Durchlässigkeit des Pferdes zu erreichen.

Johanna Mara Pauls, Hamburg. Sportwissenschaftlerin & Reitausbildern, Portrait mit Pferd

Bei allem Anspruch an die Verfeinerung des eigenen Reitens ist es mir auch wichtig, meinen Reitschülern und mir selbst die Freude am Umgang mit dem wunderbaren Geschöpf Pferd zu erhalten. Dies darf nicht zu kurz kommen :-)

Tipps & Wissenswertes

5 effektive Warmups für Reiter

Fünf effektive Warmups für Reiter

Fünf effektive Übungen für ein kurzes Ganzkörper-Warmup direkt vor dem Aufsteigen. Seien Sie fair, machen Sie mit: Wärmen Sie sich auf – für Ihr Pferd und natürlich auch für Sie selbst. In diesem kleinen Video zeige ich fünf Übungen, die Sie selbständig durchführen können, vor jedem Reiten.

Wenn gewünscht, gebe ich dazu gerne Unterstützung in Form von Überprüfung Ihrer Übungsausführung.

zum YouTube-Video

Sitzprobleme lösen leicht gemacht, der komplette Bericht des St. Georg

Sitzprobleme lösen leicht gemacht

"Schluss mit Rundrücken, Hohlkreuz und Stuhlsitz. Diese Übungen helfen garantiert."
In der Februarausgabe des St. Georg zeige ich anhand von drei Fallbeispielen, wie man gezielt Sitzproblemen entgegen wirken kann.

Freundlicherweise darf ich den St. Georg-Bericht auch in meiner Website vollständig zeigen:

Bericht als PDF ansehen

Selbsttest für REiter zur Überprüfung der Rumpfstabilität

Selbsttest für Reiter zur Überprüfung der Rumpfstabilität

Mit diesem Test können Sie Ihre für das Reiten essentielle Rumpfstabilität testen und auswerten. Dadurch erfahren Sie, welche der entscheidenden Muskelketten schwächer sind als andere und woran Sie gezielt trainieren können.

Sie benötigen lediglich eine Unterlage (z.B. eine Gymnastikmatte oder einfach Bangdagierunterlagen) und eine kleine Erhöhung zum Draufstützen (z.B. ein paar dickere Bücher).

Der Test dauert ca. 15 Minuten.

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